Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Eisenmangel
Bei Eisenmangel: Wie sieht eine Therapie aus?
Bei sehr tiefen Ferritin-Werten (z.B. unter 20) wird man mit besserer Ernährung und/oder oralen Eisen-Medikamenten kaum je einen zeitnahen Erfolg haben. Nur mit Infusionen kann die Leidenszeit markant verkürzt werden.
Zuletzt aktualisiert am 25.03.2025 von Dr. Peter Meyer.
Definition Eisenmangel
Nicht der Eisenwert, sondern der Ferritinwert ist massgebend. Der Ferritin-Normwert variiert von 10 – 350 Nanogramm/Milliliter Blut. Bei dieser grossen Bandbreite ist es notwendig, den individuellen Ferritin-Wohlfühlwert der Patientin herauszufinden. Die Erfahrung zeigt, dass die Eisenmangel-Symptome bei den meisten Frauen erst im höheren Normbereich verschwinden. Es ist also nicht zielführend, sich nur am unteren Normwert des Ferritins zu orientieren.
Zuletzt aktualisiert am 25.03.2025 von Dr. Peter Meyer.
Ursachen: Wie entsteht eine Eisenmangel-Anämie?
Wenn die Anzeichen eines beginnenden Eisenmangels ignoriert oder verkannt werden, kann die Patientin bei sehr tiefem Ferritinwert auch noch in die Blutarmut (Anämie) rutschen, mit zusätzlichen Symptomen wie Kurzatmigkeit und Herzrasen. Auch schwere Verletzungsblutungen/Geburten können direkt in die Anämie führen.
Zuletzt aktualisiert am 26.03.2025 von Dr. Peter Meyer.
Warum helfen mir eisenreiche Nahrungsmittel oder Tabletten nicht gegen meinen Eisenmangel?
Viele Patientinnen und Patienten wundern sich, warum trotz eisenreicher Ernährung oder Tabletten die Eisenwerte nicht steigen. Der Grund liegt häufig nicht in der Eisen-Zufuhr, sondern in der Eisenresorption – also der Fähigkeit des Körpers, Eisen im Darm überhaupt aufzunehmen.
Tatsächlich wird nur etwa 10 % des zugeführten Eisens (egal ob aus rotem Fleisch oder z. B. Eisentabletten) über den Verdauungstrakt aufgenommen. Entscheidend ist dabei das richtige Milieu im Magen-Darm-Trakt:
- Die Aufnahme gelingt am besten in einem sauren Umfeld.
- Wer Milch, Basenmittel oder sogenannte Magenschoner (Säureblocker) einnimmt, reduziert die Resorption deutlich.
- Empfehlenswert sind hingegen Vitamin-C-haltige, saure Getränke wie Apfel- oder Zitronensaft (ungesüsst), die die Aufnahme fördern können.
Trotz aller Optimierungen der Ernährung bleibt jedoch bei vielen Betroffenen die Wirkung aus. In solchen Fällen ist eine intravenöse Eiseninfusion oft die effektivste Lösung – schnell wirksam und unabhängig vom Darm. Viele Patientinnen und Patienten berichten bereits kurz nach der ersten Infusion von einem spürbaren „WOW-Effekt“ – mehr Energie, bessere Konzentration und ein gesteigertes allgemeines Wohlbefinden.
Zuletzt aktualisiert am 24.03.2025 von John van Limburg Stirum.
Warum ist der Ferritinwert so wichtig bei der Diagnose von Eisenmangel?
Der Serumspiegel des Ferritins ist der spezifischste Marker in der Diagnose des Eisenmangels und korreliert am besten mit den klinischen Symptomen. Nicht das freie Eisen! Ferritin ist ein Eiweiss, das Eisen speichert – ein tiefer Ferritinwert zeigt deshalb meist an, dass die Eisenspeicher des Körpers erschöpft sind.
Es gibt jedoch Ausnahmen: Bei akuten oder chronischen Entzündungen – etwa bei einer Grippe, Colitis oder anderen entzündlichen Erkrankungen – kann der Ferritinwert künstlich erhöht sein. Denn in solchen Situationen produziert die Leber zusätzlich Ferritin, unabhängig vom tatsächlichen Eisenspeicher.
Deshalb beurteilen wir den Ferritinwert immer im Gesamtkontext Ihrer Symptome, Laborwerte und Krankengeschichte. So stellen wir sicher, dass die Diagnose zuverlässig und individuell fundiert ist.
Zuletzt aktualisiert am 25.03.2025 von Dr. Peter Meyer.